Gänsehaut gibt es inklusive

MADRIGALCHOR UND KAMMERORCHESTER HOCKENHEIM BEEINDRUCKEN MIT GROSSER FÜLLE AN AUSDRUCKSFORMEN

Oftersheim. In der Christuskirche gab es am Samstagabend bemerkenswert schöne Musik zu hören. Der Madrigalchor und das Kammerorchester Hockenheim interpretierten unter der Leitung von Robert Sagasser Perlen geistlicher Musik, die vom 18. bis zum 20. Jahrhundert reichte. Die vom Dirigenten zusammengestellte Auswahl bot inhaltlich wie formal eine Fülle von Ausdrucksformen, die von Klage und Flehen bis hin zu Freude und Jubel reichten.

Die Pflege der Kirchenmusik als lebendige Kultur zu verstehen, war ebenfalls ein Anliegen dieses Konzerts, das Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), José Maurício Nunes Garcia (1767 – 1830), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), Franz Schubert (1797 – 1828), Maurice Duruflé (1902 – 1986), Ola Gjeilo (*1978) und Knut Nystedt (1915 – 1986) vereinte. Es waren somit strahlende Lobgesänge, Psalmvertonungen und Ouvertüren, die der Chor und das Orchester dem Publikum in der gut gefüllten Kirche vorführten.

Als instrumentale Einlage erklang die „Ouvertüre im italienischen Stil (D 590)“ von Franz Schubert. Dieses klangschöne Stück gab das Kammerorchester Hockenheim fein ausbalanciert wieder, die Fröhlichkeit ebenso wie das hinreißende Finale.

Bartholdy als Höhepunkt

Höhepunkt des Abends war jedoch die Aufführung eines Meisterwerks von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Vertonung des 42. Psalms für Sopran, Chor und Orchester op. 42, „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“. Den Hintergrund für Mendelssohns geistliche Kompositionen bildete zum einen das konservative Milieu des Berliner Bürgertums, zum anderen die Konversion seiner Eltern vom Judentum zum Protestantismus und die Erziehung in der lutherischen Konfession. Die exzeptionelle Aufführung der Psalmkantate rief bei den Zuhörern große Begeisterung hervor. Die Spielweise des Orchesters war höchst attraktiv, denn Sagasser verstand es, die Gegensätze virtuos zusammenzuführen.

Unglaublich transparent und unangestrengt sang auch der Chor, während die Sopranistin Katharina Woesner die Arien und Rezitative in berückender Anmut gestaltete und sich ideal in den Orchesterklang einfügte. Nach solch faszinierendem musikalischem Erlebnis blieb Pfarrerin Esther Kraus nur noch, den Besuchern den Segen zu erteilen, bevor sie erfüllt die Kirche verließen.

Teile diesen Beitrag mit Deinen Freunden

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Infos zum Thema Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schließen