Kammerorchester Hockenheim feiert E.T.A. Hoffmann
Das Kammerorchester Hockenheim präsentierte in der katholischen Kirche St. Georg ein Konzertprogramm zu Ehren von E.T.A. Hoffmanns 250. Geburtstag. Es erklangen aber auch Händel, Beethoven und Schubert.
20.10.2026
Das Kammerorchester Hockenheim brillierte unter der Leitung von Robert Sagasser. © Marion Brandenburger
Hockenheim. Am Sonntagabend bot das Kammerorchester Hockenheim ein großartiges Konzert unter der Leitung von Robert Sagasser. Mit der katholischen Kirche St. Georg war in Hockenheim ein würdiger Rahmen für würdige Musik gefunden worden. An diesem Abend galt es unter anderem, den Schriftsteller und Komponisten E.T.A. Hoffmann zu dessen 250. Geburtstag zu feiern. Den meisten eher als Autor bekannt, wobei eines der bekanntesten Werke bestimmt „Nussknacker und Mäusekönig“ ist, wissen viele womöglich nicht, dass er auch umfangreiche Kompositionen hinterlassen hat.
Eine davon ist die „Sinfonie in Es-Dur“, die das Orchester ganz wunderbar darbot. Hoffmann verehrte Beethoven und Mozart und der Zuhörer fand Anklänge an deren Werke ganz sicher in der Hoffmann’schen Sinfonie wieder. Zarte Klänge wechselten sich mit kraftvollen Passagen ab und machten das Stück in vier Sätzen zu einem Erlebnis. Auch wenn das Kammerorchester immer gerne betont, es sei ein Laienorchester, so haben die Musikerinnen und Musiker an diesem Abend wieder einmal bewiesen, dass sie sehr professionelle Laien sind.
Kammerorchester Hockenheim: Von Hoffmann, Händel und Mozart
Dirigent Robert Sagasser war mit vollem Körpereinsatz dabei, das Orchester zu Höchstleistungen anzuspornen, und somit wurde das knapp eineinhalbstündige klassische Intermezzo zu einem Hörgenuss für das Publikum. Bevor man sich allerdings der Sinfonie von E.T.A. Hoffmann widmete, stand das „Concerto grosso“ von Georg Friedrich Händel im Programm. Aus drei der sechs Sätzen entstand die Ouvertüre für die „Ode for St. Cecilia´s Day“. Es war für die Zuhörer sehr abwechslungsreich und kurzweilig anzuhören.
Wolfgang Amadeus Mozart bearbeitete einst die Ode und fügte einen Bläsersatz hinzu. Robert Sagasser überarbeitete das Ganze für das Kammerorchester, sodass es für die entsprechende Besetzung passte. Nach einer kurzen Pause präsentierte das Orchester die „Coriolan-Ouvertüre“ von Ludwig van Beethoven, der die Geschichte um den Aufstieg und Fall eines römischen Feldherren vertonte. Die Musik erzählte das ganze Drama, von dem einst E.T.A. Hoffmann in einer Rezension schrieb, es sei „ein höheres Trauerspiel, in welchem Helden auftreten und untergehen“.
Beethoven: Ouvertüre “Coriolan”
Robert Sagasser erzählte in kurzen Worten vor jedem Stück, was das Publikum erwartet, und es war ein durchaus sachkundiges Publikum, das nicht in die einzelnen Sätze hineinklatschte, sondern sich den Applaus für das Ende eines jeden Werkes aufsparte. Die gute Akustik der Kirche machte das ausgewogene Spiel des Kammerorchesters ein ums andere Mal zu einem Genuss. Das Konzert war überaus kurzweilig, wohl auch, weil die Musik sehr klangvoll war. Kaum wollte man merken, dass schon der letzte Teil begann.
Franz Schubert: Ballettmusiken “Rosamunde, Fürstin von Zypern”
Mit Franz Schuberts Ballettmusiken zu „Rosamunde, Fürstin von Zypern“ hatte sich das Orchester auch nicht eines der bekanntesten Stücke der klassischen Musik ausgesucht. Die Zuhörer fanden sich von kraftvollen, marschähnlichen Tönen genauso umgeben, wie von romantischen, fast träumerischen Klängen. Das Kammerorchester hatte ein umfangreiches und sehr hörenswertes Programm an diesem Abend geboten, das einmal mehr von der Qualität der Musikerinnen und Musiker überzeugt hat. Nach viel Beifall und stehenden Ovationen des Publikums gab es natürlich noch eine kleine Zugabe.